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Hier finden Sie aktuelle Gerichtsentscheidungen und Informationen zum Thema Versicherungsrecht, „Hartz IV“ und Filesharing.

Hier finden Sie eine Sammlung interessanter und aktueller Entscheidungen aus dem Versicherungsrecht, geordnet nach Datum und Versicherungssparte.

  • OLG Dresden, 27.06.2017 – 4 U 1772/16 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    keine überspannten Anforderungen an die Substantiierungspflicht bei Tätigkeit als Hausfrau
  • SG Leipzig, 03.05.2017 – S 22 KR 75/16 – Krankenversicherung
    Krankengeldanspruch kann auch ohne förmliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit bestehen
  • LG München I, 20.04.2017 – 23 O 12413/14 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Pflicht des Versicherers zur Anerkennung der Leistungspflicht bei unwiderleglich vermuteter Berufsunfähigkeit
  • BGH, 29.03.2017 – IV ZR 533/15 – Krankenversicherung
    private Krankenversicherung muss Kosten für Lasik-Operation übernehmen
  • BGH, 15.02.2017 – IV ZR 280/15 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Prüfung der Wirksamkeit einer individuellen Leistungsvereinbarung
  • BGH, 21.12.2016 – IV ZR 217/15, IV ZR 339/15, IV ZR 399/15 – Lebensversicherung
    Widerspruch beim Policenmodell ist nicht in jedem Fall verwirkt
  • BGH, 14.12.2016 – IV ZR 527/15 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    leidensbedingter Berufswechsel ist bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit nicht zu berücksichtigen
  • BGH, 07.12.2016 – IV ZR 434/15 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    höherer Freizeitanteil und Arbeitserleichterungen können im Verweisungsberuf nicht berücksichtigt werden
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 06.12.2016 – L 1 KR 680/15
    Genehmigungsfiktion in § 13 Abs. 3a SGB V gilt auch für Ansprüche außerhalb des Leistungskataloges
  • BGH, 19.10.2016 – IV ZR 521/14 – Unfallversicherung
    Invaliditätsansprüche auch bei Vorschäden in der privaten Unfallversicherung möglich
  • OLG Karlsruhe, 06.09.2016 – 12 U 79/16 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Feststellung einer mit Schmerzen begründeten Berufsunfähigkeit durch den Nachweis körperlicher Ursachen (1. Weg) oder den Nachweis psychischer bzw. psychosomatischer Ursachen, die Krankheitswert haben (2. Weg)
  • LG Berlin, 03.08.2016 – 23 O 249/15 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    fingiertes Anerkenntnis wegen fingierter Berufsunfähigkeit; unwirksame Regulierungsvereinbarung; Unterscheidung zwischen Erst- und Nachprüfung
  • BGH, 20.07.2016 – IV ZR 45/16 – Krankenversicherung
    nur noch begrenzte Gesundheitsprüfung bei einem Tarifwechsel zulässig
  • BGH, 20.07.2016 - IV ZR 45/16 – Krankenversicherung
    Erneute Gesundheitsprüfung bei Tarifwechsel nur für Mehrleistung
  • LG Essen, 18.05.2016 - 18 O 68/16– Rechtsschutzversicherung
    Klage auf Rückabwicklung eines „Abgasskandal“-PKWs kann nicht wegen Mutwilligkeit abgelehnt werden
  • BSG, 08.03.2016 – B 1 KR 25/15 R
    Schweigen der Krankenkasse, Leistungsbewilligung nach § 13 Abs. 3a SGB V durch verspätete Entscheidung über den Antrag
  • OLG Koblenz, 24.02.2016 – 10 U 910/15 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Beginn der Frist für die Anzeige der Berufsunfähigkeit in der privaten BU-Versicherung
  • BGH, 18.11.2015 – IV ZR 124/15 – Unfallversicherung
    "richtiger" Zeitpunkt für die Erstbemessung der Invalidität
  • OLG Karlsruhe, 22.10.2015 – 12 U 53/15 – Krankenversicherung
    Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag und die Anforderungen an eine wirksame Belehrung nach § 19 Abs. 5 VVG
  • BGH, 21.10.2015 – IV ZR 266/14 – Rechtsschutzversicherung
    Abwehrdeckung durch Kostenzusage für Gebührenprozess mit Rechtsanwalt möglich
  • OLG Bamberg, 21.09.2015 – 1 U 35/15 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Anspruch auf Berufsunfähigkeitsleistungen trotz objektiv falscher Angaben zum Gesundheitszustand (Versicherer kann Täuschungsabsicht nicht nachweisen)
  • BGH, 29.07.2015 - IV ZR 384/14 – Lebensversicherung
    bereicherungsrechtliche Rückabwicklung von Lebens- und Rentenversicherungsverträgen nach Widerspruch
  • OLG Jena, 07.05.2015 – 4 U 557/14 – Unfallversicherung
    Schulterverletzung durch Eigenbewegung auf einer Matratze im Schlaf = versicherter Unfall?
  • OLG Frankfurt, 09.04.2015 – 6 U 110/14 – Rechtsschutzversicherung
    „Zwangsmediation“ in der Rechtsschutzversicherung ist unzulässig
  • BGH, 08.04.2015 - IV ZR 103/15 – Lebensversicherung
    Verjährungsbeginn des Bereicherungsanspruchs nach Widerspruch
  • BGH, 01.04.2015 - IV ZR 104/13 – Unfallversicherung
    Inhalt und Umfang der ärztlichen Invaliditätsfeststellung
  • BGH, 01.04.2015 - IV ZR 104/13 – Unfallversicherung
    Zeitpunkt der Invaliditätserstbemessung (letzte mündliche Tatsachenverhandlung?)
  • OLG Dresden, 24.03.2015 - 4 U 1292/14 – Wohngebäudeversicherung
    keine Leistungsfreiheit bei Obliegenheitsverletzung
  • OLG Karlsruhe, 02.03.2015 - 9 U 14/14 – Krankenversicherung
    keine Anzeigepflichtverletzung bei fehlender Kenntnis einer ärztlichen Verdachtsdiagnose (hier: Morbus Crohn, nur einmalige Behandlung, lange Beschwerdefreiheit)
  • BGH, 25.02.2015 - IV ZR 214/14 – Rechtsschutzversicherung
    Eintritt des Rechtsschutzfalls richtet sich nach dem Tatsachenvortrag des Versicherungsnehmers
  • BGH, 14.01.2015 - IV ZR 433/14 – Lebensversicherung
    Rückzahlung von Versicherungsbeiträgen bei einer Lebensversicherung
  • BGH, 14.01.2015 - IV ZR 43/14 – Krankenversicherung
    Hinweispflicht des Versicherers bei fehlendem Nachweis einer Anschlussversicherung
  • BGH, 17.12.2014 - IV ZR 399/13 – Krankenversicherung
    vorvertragliche Behandlungsbedürftigkeit bei Zahnbehandlungen
  • BGH, 10.12.2014 - IV ZR 289/13 – Raten- bzw. Restschuldversicherung
    fehlende Transparenz einer Ausschlussklausel
  • OLG Köln, 07.11.2014 – 20 U 86/14 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Ansprüche des Versicherungsnehmers einer Krankentagegeld- und einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung aus einer „Leistungs- und Servicegarantie“
  • BGH, 05.11.2014 - IV ZR 22/13 – Rechtsschutzversicherung
    Eintritt des Versicherungsfalls in der Rechtsschutzversicherung
  • OLG Stuttgart, 07.08.2014 - 7 U 35/14 – Unfallversicherung
    degenerative Vorschädigung berechtigt nicht zwingend zur Kürzung der Invaliditätsentschädigung (hier: Rotatorenmanschettenruptur)
  • OLG Hamburg, 06.08.2014 - 9 U 31/13 – Krankenversicherung
    keine Quasivermutung von Arglist bei objektiven Falschangaben (hier: Konfliktsituation am Arbeitsplatz ohne Krankheitswert = depressive Episode?)
  • KG Berlin, 23.05.2014 - 6 U 210/13 – Krankenversicherung
    keine Quasivermutung von Arglist bei objektiven Falschangaben (hier: nur einmalige Behandlung – Lumboischialgie, „unbekannte“ Diagnosen mit lateinischen Begriffen – metabolisches Syndrom, Prädiabetes und Hypertonie)
  • OLG Stuttgart, 17.04.2014 - 7 U 253/13 – Berufsunfähigkeitsversicherung
    Belehrung zu den Anzeigepflichten nach § 19 Abs. 5 VVG muss in unmittelbarer Nähe zu den Gesundheitsfragen stehen
  • BGH, 12.03.2014 - IV ZR 306/13 – Krankenversicherung
    keine (ordnungsgemäße) Belehrung nach § 19 Abs. 5 VVG bei Arglist notwendig

Wussten Sie, dass sich weit mehr als zwei Drittel aller Verfahren vor dem Sozialgericht Cottbus aktuell um Ansprüche aus dem Bereich „Hartz IV“ drehen? Tendenz steigend! Im Jahr 2012 mussten aufgrund der Flut von Rechtsauseinandersetzungen mehr als 5 neue Richter eingestellt werden!

Die Fehlerquote bei den Bescheiden der Jobcenter ist hoch. Dies liegt vor allem an den mit „heißer Nadel“ gestrickten „Hartz IV“-Gesetzen, um die sich zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe, ungeklärte Rechtsfragen und komplizierte Berechnungsmethoden ranken. Streit ist daher vorprogrammiert!

Umso wichtiger ist es, die Aufklärung des Sachverhaltes und die juristische Würdigung nicht – was wegen des Amtsermittlungsgrundsatzes durchaus möglich wäre – den Behörden und Sozialgerichten zu überlassen, sondern die Schwächen der Ausgangs- und Widerspruchsbescheide messerscharf herauszuarbeiten. Die Kenntnis aktueller Gerichtsentscheidungen ist hierfür unabdingbar.

Eine Auswahl aktueller noch nicht geklärter Rechtsfragen aus dem Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende, die momentan dem Bundessozialgericht zur abschließenden Entscheidung vorliegen, finden Sie hier.

4. Senat

14. Senat

Weitere praxisrelevante Entscheidungen zum Thema „Hartz IV“ habe ich nachfolgend, geordnet nach Datum, zusammengestellt. Die von mir selbst erstrittenen Entscheidungen und Verfügungen habe ich mit meinem Logo hervorgehoben.

  • BSG, 12.10.2017 – B 4 AS 34/16 R
    keine Erfüllung des Zahlungsanspruchs durch Aushändigung von Lebensmittelgutscheinen
  • SG Berlin, 01.09.2017 – S 179 AS 9879/17 ER
    Aufforderung zur Beantragung vorzeitiger Altersrente ist rechtswidrig, wenn voraussichtliche Rente Hilfebedürftigkeit im Alter nicht beseitigt, also auch weiterhin Sozialleistungen (nach dem SGB XII) bezogen werden müssten
  • BSG, 30.08.2017 - B 14 AS 30/16 R
    Hausverkauf ist bei voraussichtlich kurzem Hartz IV-Bezug unzumutbar
  • BVerfG, 01.08.2017 – 1 BvR 1910/12
    Eilbedürftigkeit von SGB-II-Unterkunftsleistungen auch vor Räumungsklage möglich
  • BSG, 30.03.2017 – B 14 AS 13/16 R
    Jobcenter muss Nebenkosten-Nachzahlungen auch nach Umzug übernehmen
  • BSG, 30.03.2017 – B 14 AS 18/16 R
    monatsgenaue Berücksichtigung des tatsächlichen Einkommens bei der endgültigen Leistungsfestsetzung
  • SG Saarland, 11.01.2017 – S 12 AS 421/14
    Kostenübernahmeanspruch für Abifeier
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 14.12.2016 – L 13 AS 92/15
    Reparaturkosten einer Brille können Sonderbedarf i. S. d. § 24 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 SGB II sein
  • SG Chemnitz, 11.11.2016 – S 33 AS 1347/16
    erfolgreicher Widerspruch bei Begründungsmangel des Ausgangsbescheides
  • SG Iserlohn, 27.09.2016 – S 7 AS 2145/13
    Anspruch auf Kosten für die Teilnahme am Musikunterricht in Höhe der tatsächlich monatlich angefallenen Beiträge von 30,00 EUR, teleologische Erweiterung von § 28 Abs. 7 Nr. 2 SGB II
  • SG Dortmund, 19.09.2016 – S 19 AS 1803/15
    Leistungsbegrenzung wegen unangemessener Wohnkosten für Hauseigentümer ist nur nach vorheriger Kostensenkungsaufforderung möglich
  • BSG, 10.08.2016 – B 14 AS 58/15 R
    Kosten für einen Nachsendeantrag sind übernahmefähige Umzugskosten
  • SG Gotha, 02.08.2016 – S 15 AS 5157/14
    SG Gotha hält Hartz-IV-Sanktionen weiterhin für verfassungswidrig und ruft erneut das BVerfG an
  • BSG, 26.07.2016 – B 4 AS 47/15 R
    fehlende Anhörung, Anforderungen an eine Nachholung im Gerichtsverfahren, Vorgabe in § 13 Abs. 3 Satz 1 SGB X ist zwingend
  • BSG, 23.06.2016 – B 14 AS 30/15 R
    Eingliederungsvereinbarung ohne Bewerbungskostenübernahmeregelung ist nichtig und darauf aufbauende Sanktionierung rechtswidrig
  • BSG, 15.06.2016 – B 4 AS 36/15 R
    Klage auf Feststellung des Nichtbestehens einer Kostensenkungsobliegenheit ist möglich
  • SG Berlin, 27.05.2016 – S 37 AS 22238/15
    Abweichung vom Zuflussprinzip, keine doppelte Anrechnung von Nebeneinkommen bei gleichzeitigem Bezug von Alg I und Alg II
  • LSG Thüringen, 18.05.2016 – L 9 AS 449/16 B ER
    Eilrechtsschutz gegen Zuweisungsentscheidung ist (nunmehr) möglich
  • SG Mainz, 18.04.2016 – S 3 AS 149/16
    SG Mainz hält Leistungsausschluss für Auszubildende im SGB II für verfassungswidrig und legt die Frage dem BVerfG zur Entscheidung vor
  • SG Karlsruhe, 13.04.2016 – S 13 AS 3066/15
    Kostensenkungsaufforderung mit Belehrung lediglich über die angemessene Höhe der Nettokaltmiete macht Wohnungssuche subjektiv unmöglich
  • BGH, 22.03.2016 – 3 StR 517/15
    Vorwurf Sozialleistungsbetrug? – Strafrichter müssen selbständig prüfen, ob und inwieweit tatsächlich ein bzw. kein Anspruch auf die beantragten Leistungen besteht
  • SG Frankfurt am Main, 22.03.2016 – S 19 AS 1417/13
    Übernahme der Kosten für eine Gleitsichtbrille aus dem Vermittlungsbudget
  • SG München, 21.03.2016 – S 40 AS 555/16 ER
    Unzumutbarkeit der Wahrnehmung eines Meldetermins, fehlende Fahrtkosten als wichtiger Grund anerkannt
  • BSG, 09.03.2016 – B 14 AS 5/15 R
    isoliertes Widerspruchsverfahren gegen eine Mahngebühr, angemessen ist die Erstattung einer Geschäftsgebühr in Höhe der Hälfte der Schwellengebühr von 240,00 EUR, mithin 120,00 EUR
  • LSG Sachsen, 22.02.2016 – L 3 AS 613/15 B ER
    Rechtsschutz gegen „Zwangsverrentung“
  • BSG, 17.02.2016 – B 4 AS 12/15 R
    keine zeitlich unbegrenzte Deckelung der Mietkosten nach nicht erforderlichem Umzug
  • LSG Bayern, 18.01.2016 – L 7 AS 869/15 B ER
    10 % Sicherheitszuschlag ist als Mietobergrenze auch auf die ab dem 01.01.2016 (erhöhten) Tabellenwerte in § 12 WoGG zu gewähren
  • SG Hildesheim, 22.12.2015 – S 37 AS 1175/15
    Jobcenter muss Kosten für Schulbücher als „Befähigungskosten“ auf Zuschussbasis bezahlen
  • BSG, 03.12.2015 – B 4 AS 47/14 R
    Strom für einen Heizstrahler im Bad einer Mietwohnung ist als KdU-Bedarf anzuerkennen
  • SG Altenburg, 25.11.2015 – S 24 AS 145/15
    kein Durchschnittseinkommen bei endgültiger Leistungsfestsetzung
  • SG Neubrandenburg, 12.11.2015 - S 14 AS 969/15
    analoge Anwendung der Jahresfrist nach § 45 Abs. 4 Satz 2 SGB X bei Erstattungsanspruch nach abschließender Entscheidung
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 09.11.2015 – L 19 AS 924/15
    Nachzahlung von Sozialleistungen (hier: Kindergeld) ist nicht als einmalige Einnahme auf sechs Monate zu verteilen, sondern als laufende Einnahme lediglich im Monat des Zuflusses bedarfsmindernd zu berücksichtigen
  • LSG Baden-Württemberg, 20.10.2015 – L 13 AS 1806/14
    Nachzahlung einer privaten Berufsunfähigkeitsrente ist als laufende Einnahme zu behandeln
  • SG München, 01.10.2015 – S 16 AS 1859/15 ER
    Nichtwahrnehmung eines Meldetermins, Vorlage einer Wegeunfähigkeitsbescheinigung nicht zwingend erforderlich
  • LSG Berlin-Brandenburg, 17.09.2015 – L 31 AS 1571/15
    Nachzahlung von Kindergeld für zwei Monate, mehrfache Absetzung der Versicherungspauschale ist möglich, Grundsätze des BSG, 17.07.2014 – B 14 AS 25/13 R gelten unabhängig von der Einkommensart
  • BSG, 19.08.2015 – B 14 AS 13/14 R
    monatsübergreifende Saldierung innerhalb eines Bewilligungszeitraums ist auch bei vorläufiger Bewilligung unzulässig
  • SG Dresden, 10.08.2015 – S 20 AS 1507/14
    Sanktionsregelungen im SGB II sind verfassungswidrig
  • BSG, 25.06.2015 – B 14 AS 30/14 R
    Jobcenter trägt Beweislast bei Rücknahmeentscheidung
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 23.06.2015 - L 7 AS 750/13
    Erhebung gesonderter Klagen gegen Bescheidung mehrerer Überprüfungsanträge in nur einem Widerspruchsbescheid ist möglich
  • SG Bayreuth, 26.05.2015 – S 4 AS 102/15
    KdU-Richtlinie wegen fehlender Veröffentlichung unwirksam
  • SG Gotha, 26.05.2015 – S 15 AS 5157/14
    Sanktionen nach §§ 31 ff. SGB II verfassungswidrig?
  • SG Gotha, 11.05.2015 – S 24 AS 1185/13
    bei der Gewährung von höheren Leistungen ist der Zinsanspruch von Amts wegen zu berücksichtigen
  • BSG, 29.04.2015 – B 14 AS 19/14 R und B 14 AS 20/14 R
    keine Leistungskürzung im Wochenrhythmus, Ermessensausübung der Jobcenter bei hoher „Einladungsdichte“ erforderlich
  • BSG, 29.04.2015 – B 14 AS 31/14 R
    Jobcenter muss nach Wegfall der Voraussetzungen für die vorläufige Bewilligung einen endgültigen Leistungsbescheid erlassen
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 29.04.2015 - L 2 R 237/13
    vollständige Verrechnung einer Rentennachzahlung mit Erstattungsansprüchen des Jobcenters kann im Einzelfall rechtswidrig sein
  • BSG, 24.04.2015 – B 4 AS 32/14 R
    Nachzahlungen des Arbeitgebers sind laufende Einnahmen und daher im Zuflussmonat anzurechnen
  • SG Berlin, 23.03.2015 – S 197 AS 355/12
    monatsgenaue Berücksichtigung des tatsächlichen Einkommens bei der endgültigen Entscheidung,
    Berücksichtigung eines Durchschnittseinkommens bei der endgültigen Entscheidung nur bei einer Abweichung des tatsächlichen Durchschnittseinkommens um nicht mehr als 20,00 €
  • SG Schwerin, 10.03.2015 – S 15 AS 1947/13
    Fahrkostenerstattung des Arbeitgebers ist kein Einkommen
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 24.02.2015 - L 7 AS 187/14
    Jobcenter muss auf erforderlichen Folgeantrag rechtzeitig hinweisen, vier Wochen vor Ablauf des Bewilligungsabschnitts
  • SG Mainz, 12.12.2014 – S 3 AS 130/14 und S 3 AS 370/14
    Nichtübernahme von Tilgungsleistungen für den Eigentumserwerb verfassungswidrig?
  • BSG, 02.12.2014 – B 14 AS 50/13 R
    keine „Sippenhaft“ bei Sanktionierung eines Mitglieds der Bedarfsgemeinschaft
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 29.11.2014 – L 15 AS 338/14 B ER
    Minderung des Auszahlungsanspruchs bei Sanktion nur nach Aufhebungsentscheidung möglich
  • LSG Sachsen-Anhalt, 20.11.2014 – L 4 AS 166/14
    keine unbegrenzte zeitliche Deckelung der Unterkunftskosten nach nicht erforderlichem Umzug
  • BSG, 28.10.2014 – B 14 AS 39/13 R
    Umfang und Begründungspflicht von Überprüfungsanträgen
  • BVerfG, 09.10.2014 – 1 BvR 83/12
    Bewilligung von Prozesskostenhilfe bei ungeklärter Rechtslage
  • BVerfG, 23.07.2014 – 1 BvL 10/12, 1 BvL 12/12 und 1 BvR 1691/13
    Regelbedarfsleistungen derzeit noch verfassungsgemäß
  • BSG, 17.07.2014 – B 14 AS 25/13 R
    mehrfache Berücksichtigung des Grundfreibetrages möglich
  • BSG, 04.06.2014 – B 14 AS 30/13 R
    keine Bagatellgrenze beim Mehrbedarf zur Ausübung des Umgangsrechts
  • BSG, 09.04.2014 – B 14 AS 23/13 R
    keine Begrenzung der Unterkunftskosten nach Unterbrechung des Leistungsbezuges für mindestens einen Monat
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 30.01.2013 – L 13 AS 67/11
    bei mehr als zwei Kindern in der Bedarfsgemeinschaft ist nicht das für das jeweilige Kind gezahlte Kindergeld anzurechnen, sondern der Betrag, der sich errechnet, wenn die Summe des gesamten Kindergeldes durch die Anzahl der Kinder geteilt wird

Die Rechtsprechung unterscheidet zwei Zurechnungstatbestände: Die Haftung des Handelnden (= Täterhaftung), die grundsätzlich vermutet wird und vom Anschlussinhaber zu entkräften ist, und die Haftung desjenigen, der die urheberrechtsverletzende Handlung eines Dritten ermöglicht hat (= Störerhaftung). Hierbei haben sich folgende Leitlinien herausgebildet.

  • BGH, 12.05.2010 – I ZR 121/08 – Sommer unseres Lebens
    Störerhaftung für offenes oder schlecht gesichertes WLAN
  • BGH, 15.11.2012 – I ZR 74/12 – Morpheus
    keine Störerhaftung von Eltern für minderjährige Familienmitglieder nach vorheriger Belehrung
  • BGH, 08.01.2014 - I ZR 169/12 – Bearshare
    keine Störerhaftung von Eltern für erwachsene Familienmitglieder; vorherige Belehrung ist nur bei konkreten Verdachtsmomenten erforderlich
  • BGH, 11.06.2015 - I ZR 75/14 – Tauschbörsen III
    Vorgaben zur Entkräftung der Tätervermutung im Rahmen der sekundären Darlegungslast
  • BGH, 12.05.2016 - I ZR 48/15 – Everytime we touch
    weitere Vorgaben zur Entkräftung der Tätervermutung im Rahmen der sekundären Darlegungslast
  • BGH, 06.10.2016 - I ZR 154/15 – Afterlife
    Entschärfung der sekundären Darlegungslast zur Entkräftung Tätervermutung bei Ehepartnern
  • BGH, 30.03.2017 - I ZR 19/16 – Loud
    sekundäre Darlegungslast kann die namentliche Benennung des Familienmitglieds umfassen, das die Rechtsverletzung begangen hat

Nach der Afterlife-Entscheidung des BGH reicht es nunmehr – jedenfalls in familiären Mehrpersonenhaushalten – aus, zum Vorhandensein von Filesharing-Dateien und entsprechender Software auf den im Zugriff des Anschlussinhabers stehenden Computern vorzutragen und die als Täter tatsächlich in Betracht kommenden Familienmitglieder – unter Schilderung von deren Nutzungsverhalten – konkret zu benennen. Unzumutbar sind indes weitere Nachforschungen durch den Anschlussinhaber, insbesondere die Überwachung der Familienmitglieder oder die Untersuchung von deren Computern. Wenn der Anschlussinhaber aber sicher weiß, wer in der Familie die Urheberrechtsverletzung begangen hat, muss er den Namen offenbaren.

Zwar hat der BGH in der Afterlife-Entscheidung nur über die Konstellation von Ehegatten entschieden. Gleichwohl sind die Grundsätze dieser Entscheidung auf alle im Haushalt lebenden Familienmitglieder anwendbar, welche dem Schutzbereich des Art. 6 Abs. 1 GG (Ehe und Familie) unterfallen.

Zu berücksichtigen ist bei der Rechtsverteidigung auch eine jüngere Entscheidung des EuGH, in der festgestellt wird, dass ein Geschäftsinhaber, der der Öffentlichkeit kostenlos ein WiFi-Netz zur Verfügung stellt, für Urheberrechtsverletzungen eines Nutzers nicht verantwortlich ist, EuGH, 15.09.2016 – C-484/14 – Mc Fadden.

Die Auswirkungen der EuGH-Rechtsprechungsvorgaben für das deutsche WLAN-Haftungsregime werden unterschiedlich beurteilt. Das LG Mannheim jedenfalls geht davon aus, dass für den Bereich der privaten Internetnutzung bereits die Annahme einer tatsächlichen Vermutung als lebensfremd abzulehnen ist. Insbesondere ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, warum eine Privatperson, die ihren Internetanschluss nur einen begrenzten Personenkreis zur Verfügung stellt, schärfer haften soll als der Betreiber eines öffentlichen WLAN-Hotspots, der eine weitaus gefährlichere Handlungsursache setzt, LG Mannheim, 18.01.2017 – U 10 C 1780/16.

Auch das AG Frankenthal, 16.03.2016 – 3a C 299/15 hat grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Annahme der vom BGH aufgestellten Tätervermutung. Insbesondere in Haushalten, in denen mehrere Personen selbständig und unabhängig Zugang zum Internet haben, ist nach Auffassung des Gerichts unverständlich, warum eine tatsächliche Vermutung dafür bestehen soll, dass allein der Anschlussinhaber für die Rechtsverletzung verantwortlich ist, AG Frankenthal, 16.03.2016 – 3a C 299/15.

Unabhängig hiervon ist rein vorsorglich auf der Grundlage der BGH-Entscheidungen im jeweiligen Einzelfall zu prüfen, welche konkreten Anforderungen an das Verteidigungsvorbringen des Anschlussinhabers zu stellen sind. Die Auffassungen der Instanzgerichte zum Umfang dieser Anforderungen sind – in Abhängigkeit von der jeweiligen Fallkonstellation (1-Personen-Haushalt oder Mehrpersonenhaushalt) – höchst unterschiedlich, wobei nach der Afterlife-Entscheidung des BGH nunmehr eine anschlussinhaberfreundliche Rechtsprechung vorherrschend ist. Hier exemplarisch ausgewählte Entscheidungen:

  • AG Kassel, 04.04.2017 - 410 C 1977/16 – Familie, kein WLAN-Anschluss
    keine Haftung von Eltern für erwachsene Familienmitglieder (hier: Mutter und Sohn)
  • LG Berlin, 21.03.2017 - 15 S 48/15 – Familie, WLAN-Anschluss
    keine Haftung von Eltern für erwachsene Familienmitglieder (hier: Eheleute und Tochter)
  • AG Berlin-Charlottenburg, 29.11.2016 – 206 C 329/16 – nichteheliche Lebensgemeinschaft
    keine Haftung für den Lebenspartner
  • AG Berlin-Charlottenburg, 08.06.2016 – 231 C 65/16 – Arbeitsplatz
    keine Haftung des Arbeitgebers für seine Mitarbeiter
  • LG Flensburg, 23.02.2016 – 8 S 48/15 – Wohngemeinschaft
    keine Haftung des Anschlussinhabers für WG-Mitbewohner